Clown Paul
Paul wohnt, wie alle Clowns, in Clownshausen. Sein Haus sieht so aus, wie alle Häuser in Clownshausen, wie eine große Clownsnase. Allerdings haben alle Clowns eine eigene, kleine Straße. Pauls heißt Lollistraße Nr. 3XL
Jeden Morgen liegt Paul genüsslich unter seinem großen, gelben Mantel und schnarcht. Da klettert sein kleiner Floh Waldemar hoch hinauf zu Pauls Ohr und ruft in den langen, dunklen Gehörgang hinein: "Aufwachen! Aufwachen!" Mit einem kurzen Schreck wacht Paul auf, springt von seinem Bett und landet direkt in seinen Clownsschuhen: "Was? Was ist passiert?" Waldemar sitzt jetzt mitten auf Pauls roter Nase und sagt: "Guten Morgen, Paul! Wir müssen üben!" Paul hat nämlich in seinem Haus einen eigenen Flohzirkus. Er ist der Flohzirkusdirektor. Sofort holt er seine lachenden, gelben Bälle hervor und beginnt sie nacheinander hoch zu werfen. Je mehr Bälle er dazu nimmt, desto mehr müssen sie lachen. Und dann kommt Waldemar. Er springt von einem Ball zum anderen. Das kitzelt die Bälle so sehr, dass sie noch mehr lachen müssen und Paul nicht mehr weiter üben kann.
Plötzlich spürt Paul ein merkwürdiges Ziehen im Magen. "Ich bin krank", denkt er. "Ich muss ins Krankenhaus". Gerade, als er den Krankenwagenhubschrauber anrufen will, kommt ein köstlicher Duft durchs Fenster in seine Nase. Der Duft von Schokolade, Karamellbonbons und bunten Lollis! Pauls Magen knurrt wie ein Hund. Da fällt's ihm ein. Er ist gar nicht krank, er hat einfach Hunger! Schnell packt er die Lupe in seine Manteltasche und läuft los. In Pauls Lollistraße befinden sich alle Süßigkeiten-Machereien von Clownshausen. Es gibt eine Schokolade-Macherei, eine Karamellbonbon-Macherei, eine Kekserei und eine Lolli-Macherei. Und dann macht Paul das, was ihm am meisten gefällt. Er prüft, probiert und isst! Mit seiner Spezial-Lupe kontrolliert er, ob die Farben der Lollis wie ein Regenbogen angeordnet sind. Er probiert von jeder Schokolade, von jedem Keks, von jedem Karamellbonbon. Diejenigen, die krümeln siebt Paul aus. Einmal ist es ihm passiert, dass der Bürgermeister ihn besucht hat. Der Bürgermeister probierte einen von Pauls Keksen. Dabei hatte er aber nicht den kleinen Waldemar gesehen, der gerade auf diesem Keks saß.
Waldemar erschrak fürchterlich, als er plötzlich im dunklen Rachen des Bürgermeisters war. Er kletterte schnell zur Nase hoch und begann den Bürgermeister an seinen langen Nasenhaaren zu ziehen. Dieser begann so laut und lange zu niesen, bis Paul ihm einen Lolli in den Mund geschoben hat. Waldemar rettete sich auf den Lolli und der Bürgermeister hörte sofort auf zu niesen. Er staunte und war glücklich bis über beide Ohren. Von da an sollten alle Clowns, wenn sie niesen mussten, einen Lolli von Paul essen. Jeden Abend gibt's in
Clownshausen eine Vorstellung von Pauls Flohzirkus. Paul hat darür mit Waldemar ein gefährliches Kunststück einstudiert: Einen fünffachen Salto vorwärts, dann in der Luft stehen bleiben, danach einen fünffachen Salto rückwärts mit einem endenden Salto Mortale auf Pauls Nase. Und zum Abschluss gibt's für alle Gäste, für Waldemar und Paul, Lollis aus der Lollistraße. Und ein Mal die Woche geht Paul mit seinen Clownsfreunden in die Kinderklinik Heilbronn, um die kranken Kinder zu besuchen.